Antibiotika erhöhen Allergierisiko


In den ersten 6 Lebensmonaten
Antibiotika erhöhen Allergierisiko
Krystyna Taran/Shutterstock.com

Wenn Kinder im Säuglingsalter Antibiotika erhalten, entwickeln sie später häufiger Allergien. Werden dabei verschiedene Wirkstoffklassen kombiniert, steigt z. B. das Risiko für allergisches Asthma auf über 40%, wie australische Forscher herausgefunden haben.

Darmkeime gleich mitgeschädigt

Ein gesunder Darm mit einer intakten Darmflora ist für die Entwicklung des Immunsystems von großer Bedeutung. Antibiotika bekämpfen aber nicht nur Krankheitserreger, sie schädigen leider auch die „guten“ Darmkeime. Dass eine frühe Antibiotikagabe dadurch die Entwicklung des Immunsystems beeinflusst und zu Allergien führt, ist inzwischen bekannt. Offen war die Frage, ob die Kombination von Antibiotika mit verschiedenen Angriffsarten gegen Keime die Darmflora noch mehr schädigt und das Risiko von Asthma, Neurodermitis & Co. zusätzlich ansteigen lässt.

Um dies zu klären, analysierten australischen Forscher die Daten von fast 800 000 Kindern ab der Geburt bis zu einem Alter von etwa 4,5 Jahren. 83,3 % der Kinder hatten in den ersten sechs Monaten kein Antibiotikum bekommen, 13,7% eine Wirkstoffklasse, 2,5 % zwei verschiedene Wirkstoffe, 0,4% drei und 0,1% vier oder mehr verschiedene Antibiotika. Die Antibiotikagaben stellten die Forscher in Zusammenhang mit tatsächlich vorhanden Allergien, wobei sie andere, Allergien begünstigende Faktoren herausrechneten.

Kombitherapie erhöht Allergierisiko zusätzlich

Das Ergebnis: Antibiotika erhöhten das Allergierisiko, – egal um welchen Wirkstoff es sich handelte. Sulfonamide schlugen mit einem Anstieg um 6% zu Buche, Penicilline, Cephalosporine und Makrolide mit einem Anstieg von 19 bis maximal 30%. Wurden verschiedene Wirkstoffklassen kombiniert, stieg das Risiko für eine allergische Rhinitis um 33%, für Asthma um 47%. Auch das Risiko für Nahrungsmittelallergien oder Neurodermitis war durch die Gabe verschiedener Wirkstoffklassen auf bis zu 18% signifikant erhöht.

Darmschonende Strategien nötig

Wenn Säuglinge Antibiotika benötigen, dürfen diese natürlich nicht wegen einer möglichen Allergieentwicklung vorenthalten werden. Die Ergebnisse dieser Studie erweitern jedoch das Wissen um den schützenden Effekt einer intakten Darmflora. Nun gilt es, therapeutische Strategien zu entwickeln, die bei der Behandlung von kindlichen Infektionen die Darmkeime weniger schädigen.

Quelle: Springer Medizin

Unsere Partnerapotheke

zur Webseite

Unsere Service-Karte

zur Reservierung

Sanitätshaus

Apotheke und Sanitätshaus unter einem Dach

Das Sanitätshaus Schneider GmbH erreichen Sie telefonisch unter 0351 – 2541100.

zur Homepage

News

Hitze verändert Medikamentenwirkung
Hitze verändert Medikamentenwirkung

Verstärkte Effekte, weniger Durst

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?   mehr

Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D
Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D

Sinn oder Unsinn?

Der Sommer steht vor der Tür – ideale Voraussetzungen also, um die Vitamin D-Speicher des Körpers zu füllen. Denn die Sonne hilft dem Körper, das Vitamin selbst herzustellen.  Wer sich darauf nicht verlassen will, hilft mit Nahrungsergänzungsmitteln nach. Doch ist das überhaupt notwendig?   mehr

Coronagefahr aus der Toilette?
Coronagefahr aus der Toilette?

Belastete Lüfte

Wo sich Menschenmengen sammeln, ist das Risiko einer Corona-Ansteckung erhöht. Doch jetzt wurde ein neues, eher einsames Risikogebiet identifiziert: Offenbar kann man sich auch auf dem stillen Örtchen das Virus einfangen.   mehr

Was tun bei einem Behandlungsfehler?
Was tun bei einem Behandlungsfehler?

Falsche Diagnose, falsche Therapie

Ärzte sind auch nur Menschen — und machen Fehler. Doch was ist zu tun, wenn ein Patient den Verdacht hat, falsch behandelt worden zu sein? Lesen Sie, wie und wo Betroffene im Falle eines möglichen Behandlungsfehlers Hilfe bekommen.   mehr

13 Schlaf-Mythen unter der Lupe
13 Schlaf-Mythen unter der Lupe

Von Bier bis Sport

5 Stunden Schlaf reicht für Erwachsene, unruhig schlafen ist ungesund, ein Bierchen am Abend lässt besser schlafen – was ist dran an diesen und anderen beliebten Schlaflegenden? Ein Expertenteam schafft Klarheit.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Flora-Apotheke
Inhaberin Petra Schneider
Telefon 0351/2 57 67-0
E-Mail kontakt@flora-apotheke-dresden.de